Relativbewegungen – Der Kosmos expandiert unverändert
Eine Geschwindigkeit ist doch eine Bewegung DURCH den Raum. Oder? Nein, weil es keinen absoluten Raum an sich gibt, durch den man sich bewegen könnte. Geschwindigkeiten sind immer Relativbewegungen zweier Körper zueinander, und zwar nicht erst seit Einstein, sondern schon seit Galilei. Geschwindigkeiten kann man messen, Entfernungen ebenfalls. Und es sind immer Relationen, die man dabei misst, keine Absolutwerte. Wenn der Raum sich dehnt, und dadurch die Lichtstrahlen streckt, dann entfernt sich doch nichts. Angenommen ich würde einen Maßstab von einer Galaxie zur nächsten legen, dann würde dieser doch mit expandieren und das wäre doch auch nur von einer “Position” “außerhalb” des Raumes überhaupt beobachtbar??? (wie auch immer man sich eine Solche vorstellen mag) So formuliert: Stimmt. Denn da wir ja zurecht annehmen, dass die Naturgesetze sowohl auf Licht als auch auf alle andere Materie gleich wirken, muss eine Veränderung, die das Licht dehnt, auch alles andere gleichermaßen dehnen, und damit von uns aus gesehen nicht bemerkbar sein. Allerdings ist mit der Raumdehnung etwas anderes gemeint: Man stelle sich vor, in den Raum würden immer wieder kleine Raumstückchen eingewoben werden. Also wie bei einem aufgehenden Hefeteig, bei dem sich zwischen den Teigmassen Blasen bilden (die neuen “Raumstückchen”). Ein solchermaßen gedehntes Atom würde sehr schnell wieder seine ursprüngliche Größe bekommen, weil es ja ein dynamisches System ist, dessen Größe von anderen Dingen abhängt. Ein solchermaßen gestrecktes Photon kann das aber nicht, weil es ja mit Lichtgeschwindigkeit dahinfliegt, also selbst keine Zeit kennt (und damit eingefroren oder statisch ist). Die Diskussion ist aber müßig, weil empirisch beides nicht voneinander unterscheidbar ist – Bewegung oder Raumdehnung ergibt exakt dieselbe Funktion der Dopplerkonstante.